23.7.16 – Tailwind-Century (135km)

Wir wollen heute die gestrige Kilometeranzahl mal kurz verdoppeln und machen uns früh aus den Federn. Schon um 9 Uhr nehmen wir Asphalt unter die Räder und machen so schon vor der Mittagshitze unzählige Kilometer. Direkt nach Kemmerer kommt die kleine Ortschaft „Diamond Ville“ gefolgt vom Kuhkaff „Opal“. Was wohl klar macht, was in dieser Gegend Wyomings abgebaut wird
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Bei jeder Hügelkuppe und nach jeder Strassenbiegung erwarte ich direkt ins offene Flachland hinaus zu fahren. Schliesslich muss ja die Bergkette, welche wir am durchqueren sind irgendwann zu Ende sein. Aber hinter jedem Anstieg versteckt sich der nächste Hügel, der bezwungen werden will. Landschaftsmässig, erinnert mich die Gegend nun stark an den Badlands Nationalpark, welche ich vor sechs Jahren auf meiner Coast-to-Coast Tour durchfahren habe. Die errodierten Hügel voller Sedimentschichten in den verschiedensten Ocker-Farben haben mich schon damals beeindruckt. Kilometerweit pusht uns der enorme Rückenwind durch diese Gebilde bis das Land dann tatsächlich ausflacht und wir durch schier end- und trostloses Nichts fahren. Auf dem wenig befahrenen Highway 30 haben wir zeitweise so viel Platz, dass wir auf dem Mittelstreifen fahren können oder um die Bodenmarkierungen Slalom fahren.
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Nach den ersten 70km ändert sich dieses legere Fahren jedoch schlagartig, als wir auf die Interstate abbiegen. Denn nun brausen endlose Schlangen von Lastwagen an uns vorbei. Mal mit viel Abstand, manchmal aber auch nur mit ein paar Centimetern Platz. In „Little America“, einer grossen Autobahnraststätte, machen wir eine kurze Stärkungspause und wagen uns raus für weitere 70km Interstate-Wahnsinn! Der Seitenstreifen, auf dem wir fahren, ist zum Teil übelst verdreckt mit Schotter und Müll. Immer wieder liegen auch die verhassten Autoreifen-Teile auf der Strasse rum. Die zerfetzten Reifen hinterlassen ein Trümmerfeld aus spitzen Drähten, prädestiniert um sich in unsere Velopneus zu bohren. Und so kommt, was kommen musste – Hunzi fährt sich einen Platten ein!
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Vor sich hinfluchend, aber ja jetzt schon mit viel Erfahrung im Reifenflicken, geht die Reparatur schnell vonstatten. So sind wir schon kurze Zeit später wieder auf der Strasse und der Rückenwind pusht uns in Windeseile dem Tagesziel entgegen. Also können wir uns in Green River problemlos eine Glace-Pause gönnen. Zurück auf der Interstate, dann der kurze Blick auf ein Tunnel-Warnschild. Tunnel? In Amerika? Die machen so was tatsächlich? Und ob… Und trotz Hunzis Einwände, fahren wir genau da durch. Auch wenn die Shoulder komplett fehlt und hinter uns drei Lastwagen anrücken. Also beschliesse ich „den Dicken“ zu markieren und eine ganze Spur für uns zu beanspruchen. Mitten auf der Fahrbahn kann uns kein Auto oder Lastwagen mal so knapp überholen. Schon nach wenigen Metern ist der Spass zu Ende und wir beziehen wieder den Pannenstreifen in Richtung Rock Springs. Darauf geht es mehr oder weniger entspannt weiter, obwohl ich und einige Brummi-Fahrer das Spiel „Milimeterlen“ ganz ordentlich hinbekommen. Das eine oder andere Mal wirds ganz schön eng dabei! Huch… Mit 135km in den Beinen, welche wir in knapp mehr als 5h in absoluter Rekordzeit zurückgelegt haben, checken wir in ein Super8 Motel ein und kommen sogar in den Genuss eines Whirlpools! #nice

One Response to Tag 24: Kemmerer – Rock Springs

  1. Beatrice Hunziker sagt:

    Ein verrückterr Tag !

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