Da wir Vier die einzigen Gäste auf dem gesamten Campingplatz sind und kaum ein Lichtstrahl durch die Nadelbäume dringt, schaffe ich es doch tatsächlich wiedermal zu verschlafen. Die beiden Chrigus sind längst wach und Scott ist schon längers weg. Die Zwei haben schon fast gepackt als ich aus dem Zelt krieche und mir die Augen reibe. Der Tag beginnt nach dem Packen wo der letzte aufgehört hat. Mitten in einer rasanten Abfahrt über Geröll, Schotter und Staub. Letzteres sollte den ganzen Tag prägen. Mitten im dichten Nadelwald, der keine grosse Aussicht bietet, öffnet sich plötzlich die Sicht auf ein Bild der Zerstörung. Zu beiden Seiten des Tals lauter toter, abgebrannter Baume. Das traurige Ergebniss eines vergangenen Waldbrands. Sogar der Bergbach ist plötzlich staubtrocken und nichtmal die Zuflüsse führen mehr einen Tropfen Wasser. Als hätte jemand das Wasser abgedreht. Und dies ist nichtmal das Surreale daran, denn kaum ist das verbrannte Gebiet durchfahren und die Bäume wieer lebendig und grün, ist auch das Wasser im Fluss wieder da. Schon ein sehr seltsamer Anblick. Je weiter wir ins Tal hinunter fahren, desto mehr Anzeichen der Zivilisation sehen wir. Auch wenn es nur hunderte von „Private Property“-Schilder sind. Wo Menschen leben müsste doch auch die Strasse besser sein. Nee, weit gefehlt, denn wo Menschen leben fahren nur mehr Autos und Autos wirbeln mehr Staub auf. Ein paar nette Autofahrer bremsen runter, wenn sie die drei Velos auf der Strasse sehen, andere hingegen verpassen uns die volle Staubdröhnung. Das ganze bessert etwas als wir von der North Fork Road in Richtung Red Meadow Lake abbiegen und der Verkehr stark abnimmt. Doch mit der Abzweigung nehmen wir auch wieder Kurs auf eine Passhöhe, was unsere Gruppe wieder weit auseinander zieht. Während Hunzi und ich vorne im Gleichschritt fahren, verlieren wir Bögli des öfteren aus den Augen. Was im Bärengebiet nicht so toll ist. Also drosseln wir das Tempo und versuchen die Steigungen bis zu der namenlosen Divide gemeinsam anzugehen. Doch bei jeder noch so kleinen Pause, fressen uns die Moskitos und wir pushen uns die letzten Meter bis zum Gipfel. Der malerische Red Meadow Lake liegt auf über 1600 M.ü.M und es wird regelrecht kühl bei der Abfahrt.

SONY DSC

Frisch in die Windjacken eingehüllt, gehts rasant dem Upper Whitefish Lake entgegen, welchen wir nach knapp sieben Kilometern Abfahrt erreichen. Auf den steilen Passagen und langen Abfahrten vergisst man fast ab und zu noch zu treten. Kaum auf dem Camping eingefahren treffen wir wieder auf Scott und beschliessen den Abend abermals zusammen ausklingen zu lassen. Die strahlende Sonne verleitet Bögli und mich sogar zu einem Schwumm im Bergsee. Es ist zwar saukalt, aber wer vorher das Maul aufreisst muss in den sauren Apfel beissen 😉 Nach Instant-Noodles und einem weiteren Moskito-Debakel, legen wir uns wiedermal früh ins Bett.

Comments are closed.