18.8. Organisieren was das Zeug hält

Die Veloreise ist zu Ende. Jetzt gilt es irgendwie mit Sack und Pack aus dem Mini-Städtchen Deming raus zu kommen. Wie in den Tagen zuvor recherchiert ist die einzige Möglichkeit der Greyhound Bus nach LA. Für alles andere ist die Ortschaft zu klein. Also beginnen wir den Tag mit dem Zusammenpacken unserer Ausrüstung. Gegen Mittag gehen wir wie abgemacht beim Wallmart vorbei um unsere Kartonkisten abzuholen. Doch wer hätte dies gedacht? Vor Ort angekommen, will plötzlich niemand mehr etwas von den Kisten wissen und der Velomech, der uns das Versprechen machte, ist plötzlich zu beschäftigt um in den Laden zu kommen. Sie haben die extra auf die Seite gestellten Boxen natürlich durch die Müllpresse gedrückt. Das wars dann also mit dem reibungslosen Tagesablauf! Da sich keine Alternative bietet, begnügen wir uns mit dem sonstigen Einkauf von T-Shirts und Rucksäcken für die Rückreise. Zurück im Motel, welches zum Glück gleich um die Ecke steht, gehts an die Organisation von Veloboxen. Wir versuchen wirklich jede erdenkliche Möglichkeit und klappern sowohl UPS, uHaul, die Post, FedEx und sogar ein paar Möbelgeschäfte ab. Nichts! Keiner hat Veloboxen für uns. Also mal bei Greyhound anrufen ob sie die Fahrräder auch unverpackt mitnehmen – Fehlanzeige…
Schon leicht frustriert, fährt Hunzi mit dem Velo zurück in die Stadt um vor Ort nachzufragen. Ich kann leider nicht mit, da mein Velo schon wieder einen Platten hat! Ein 8:6 Sieg nach einem 2:6 Vorsprung von Hunzi *grml*. Diesmal flicke ich den vermaledeiten Schlauch nicht mehr, jetzt kommt er mit nem Platten nach Hause. Zum Glück fährt der Greyhound erst Abends um Sieben, so können wir zur Not den halben Nachmittag mit der Lösunggsuche verbringen. Doch so lange dauert es gar nicht – kurz nach Mittag erreiche ich telefonisch den einzigen Fahrradladen in der Region und der hat tatsächlich zwei Boxen zur Verfügung! Und sie sind so gar so hilfsbereit und bringen uns die Boxen ins Motel. Phu, Schwein gehabt. Da stresst es auch nicht wenn die Boxen bizzeli zu klein sind. Also demontieren wir die Räder bis aufs letzte Einzelteil und stopfen alles in die Kisten. Das Fahrrad ist jetzt drin, aber das Gepäck noch nicht! Also zurück in den Wallmart und einen Reisekoffer ersteigern – ist zum Glück ja superbillig im Warenhaus. So kanns losgehen, das Hab und Gut ist verstaut, wir haben ein Taxi zur Busstation und sogar noch etwas Zeit zum Entspannen und Bloggen.
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Kurz vor Sechs Uhr holt uns ein Minivan ab und bringt uns zur Tankstelle wo die Greyhound Busse warten. Noch etwas zu früh, aber lieber wir verpassen den Bus nicht! Während dem Warten lernen wir einen Ami kennen, der uns seine haarsträubende Lebensgeschichte erzählt. Nach einem Mord im Gefängnis gelandet, von den Mithäftlingen missbraucht, mehrmals halb zu Tode geprügelt auf der Intensivstation aufgewacht und zwei Jahre in Einzelhaft gehören zu den schlimmsten Ereignissen seines Lebens. Jetzt sei er aber auf dem Weg zur Besserung und er bekomme sein Leben in den Griff – wenn er auch kein Geld habe und irgendwie versucht nach Colorado hoch zu kommen. Dort warten Frau und Kinder auf ihn, nach 17 Jahren im Gefängnis wohl ein langersehntes Wiedersehen… Eine happige Geschichte, welche die Stimmung doch etwas dämpft. Erst die Ankunft des Busses unterbricht die Begegnung. Wir steigen zu und machen uns auf die 14h Reise nach L.A. Vereinzelnt reicht es für ein paar Minuten Schlaf, aber viel wirds nicht bis zum nächsten Morgen!

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