28.7.16 – Scheiss Strasse!

Unter dem Motto „Beat the heat“ stellen wir den Wecker auf 06:30 Uhr (und das sollen noch Ferien sein?). Wir wollen einen Grossteil der Passfahrt vor der Mittagshitze schaffen und sind schon gegen acht Uhr auf dem Weg. Die ersten fünf Kilometer gehts bei recht frischen, kühlen Temperaturen geradeaus, doch dann beginnt der 15km Non-Stop-Aufstieg. Dabei gewinnen wir ohne dass das Gelände auch nur geringfügig abflacht über 700 Höhenmeter. Der pausenlose Anstieg ist zwar anstrengend, geht aber um ein vielfaches leichter als noch vor zwei Tagen. Obs an den kühlen Temperaturen oder am fehlenden Kater liegt, wissen wir nicht genau. Nur dass wir die Passhöhe nach exakt 2h erreichen. Voll im Zeitplan werden wir oben angekommen jedoch arg aus dem Konzept geworfen, denn die Strasse ist wegen Belagsarbeiten nur einspurig befahrbar. Für uns auf dem Velo bedeutet dies viel Warten und wenns dann vorwärts geht, viel Stress. Irgendwie schaffen wirs aber durch die Baustelle und von da an gehts der rasanten Abfahrt entgegen.
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Das Passschild und die erste Continental Divide Überquerung auf dem Rabbit Ears Pass haben wir schnell hinter uns gelassen und nehmen ohne Aufwand mitten im Downhill auch gleich die zweite heutige Überquerung der Wasserscheide. Was dann folgt ist allerdings mitunter eine der beschissensten Strassen meiner bisherigen Veloreisen! Komplett ohne Shoulder und stellenweise sehr unübersichtlich, teilen wir uns die Strasse mit dem ignorantesten Verkehr seit Langem. Häufig kommt es dabei zu brenzligen Situationen.
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Stehts mit der Angs im Nacken pushe ich die Strasse runter und verbrenne dabei mein gesamtes Energiereservoir für heute! Immer wieder warten wir ganze Kolonnen von Verkehr im Kiesbett ab, da die Fahrer rücksichtslos wie Hooligans an uns vorbeipreschen. Entnervt und ausgepowert dümple ich vor mich hin und bin wiedermal frustriert am vor mich hinpedalen. Dass meine Vorderbremse trotz mehrmaligem Erwähnen im Fahrradladen immernoch schleift und nun gar permanent leicht bremst, macht das ganze nicht besser…
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Mit einem schwarzen Loch in meinem Bauch fahren wir glücklicherweise schon bald in Kremmling ein, wo ein (höchst überteuertes) Bett und ein gutes Mittagessen meine Lebensgeister wieder etwas weckt. Chips und Nüssli sind einfach kein anständiges „Mittagessen“ und nur mit einem leichten Frühstück im Bauch lassen sich 80km und zig Höhenmeter einfach nicht bewältigen. Das muss die nächsten Tage wieder bessern. Den Nachmittag verbringen wir grösstenteils auf dem Zimmer mit Entspannen und planen für die nächsten Tage.

One Response to Tag 29: Steamboat Springs – Kremmling

  1. Beatrice Hunziker sagt:

    Jeder Tag eine neue Herausforderung !

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