13.7.16 – Service Day (55.2km)

Schon in Helena wollten wir eigentich einen kleinen Service an unseren Rädern machen lassen. Doch erst heute steht es wirklich auf dem Programm. Nach einem ausgiebigen Motel-Frühstück gehts ein paar Strassenblocks runter zum „Outdoorsman“ und seinem Besitzer Rob. Rob ist super hilfsbereit und zeigt uns den ganzen Laden, seine Ski-Bilder aus der Schweiz und die Cyclist-Lounge. Im ganzen Geschäft hängen gerahmte Trikots, Zeitungsbreichte und Medallien. Scheinbar ist Rob’s Bruder eine grosse Nummer im internationalen Radsport. An der Olympiade in Peking holte Levi Leipheimer hinter Cancellara die Bronzemedallie im Zeitfahren. Während Rob an unseren Rädern schraubt, gehen wir kurz einkaufen um uns für die kommenden Tage zu wappnen. Erst weit nach Elf Uhr gehts dann los den Highway 2 runter und dann auf den Roosevelt Drive. Eigentlich nichts schwieriges, wenn man nicht dazwischen irgendwo eine Abzweigung verpasst hätte. Was uns natürlich kilometerweit überhaupt nicht bewusst wird. Erst als ich auf dem GPS den Kurs überprüfe kommt Gewissheit. Dann halt eben einen neuen Zielpunkt setzten und dem Weg folgen.
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Aber auch dies ist einfacher gesagt, als getan, denn inmitten eines malerischen Tals voller Espen und Felsformationen kommt das Schild „Dead End 1/8 Mile“. Das darf doch nicht wahr sein! Trotzdem, einfach umkehren ist eine Scheiss-Option, also weiter und hoffen es kommt etwas, dass uns weiterbringt. Schliesslich hat uns das GPS hier nach hinten geführt. Und tatsächlich führt am Ende der Strasse ein kleiner Pfad ums Gate herum und rauf in die Berge. Mehr als ein Trampelpfad ist der Trail nicht, und es grenzt an ein Wunder, dass mein GPS diesen Weg überhaupt kennt! So finden wir uns also wieder auf einem malerischen kleinen Pfad mitten durch ein schönes Naturreservat. Manchmal entpuppen sich Fehler eben als Glücksgriffe. Denn nach der wundervollen, aber anstrengenden Fahrt, erreichen wir tatsächlich die Originalroute wieder. Diese führt uns über bedeutend weniger schöne Strassen der nunmehr sechsten Continental Divide Überquerung entgegen. Einen Velotaschen-Umbau-Stopp und viele schöne Aussichten später, erreichen wir auf über 7000 Feet den bisher höchsten Punkt unserer Reise.
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Und was darauf folgt, ist die Belohnungs-Abfahrt durch karges Weideland. Ein Auf und Ab über Stock und Stein bringt uns zurück zur Interstate 15 inmitten des endlos langen Tals. Ein Tal welches wir von der Bergflanke im Osten zu jener im Westen durchqueren, nur um all die rasant verlorenen Höhenmeter auf dieser Seite wieder in Angriff zu nehmen.
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Nach zwei Century-Days in Folge und abermals knapp 1000 Höhenmeter in den Beinen, sind die letzten Kilometer bis zum Campground eine Herausforderung. So richtig will mein Knie noch immer nicht mitmachen und so entwickelt sich die letzte Etappe mehr zu einem Schleppen als zu einem Fahren. Und doch erreichen wir, nach einem verhältnissmässig kurzen Tag, unseren Schlafplatz auf dem Beaver Dam Campground. Nach vier Tagen mit einem Dach über dem Kopf mal wieder eine Nacht im Zelt.

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One Response to Tag 14: Butte-Beaver Dam CG

  1. Beatrice Hunziker sagt:

    Extrem interessant, man ist gleich mit dabei, zum Glück aber ohne sich abstrampeln zu müssen !

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